Erfolgreich JavaScript lernen – Auszug

4 Der Webserver

Auch wenn Sie eine
HTML-Datei direkt vom Dateisystem in Ihren Browser laden und damit
ein enthaltenes JavaScript ausführen können, ist es in
vielen Fällen besser, wenn Sie die Dateien stattdessen von einem
Webserver anfordern. In einigen Situationen (etwa zum realistischen
Durchführen einer AJAX-Datenanfrage) ist es meist sogar
unabdingbar, dass Sie Ihre Web-Applikation nicht direkt vom
Dateisystem, sondern über das Protokoll http
vom Server anfordern. Dementsprechend benötigen Sie Zugang zu
einem Webserver. Entweder stellt Ihnen Ihr Provider einen solchen
Zugang bereit oder aber Sie installieren auf Ihrem Rechner oder in
Ihrem Netzwerk lokal einen solchen Server.

Das lokale Betreiben
eines Webservers und das serverseitige Bereitstellen der Dateien zum
Testen Ihrer Webseiten und JavaScripte ist für einen
JavaScript-Programmierer in jedem Fall die bessere Lösung. Sie
sollten selbstverständlich Ihre noch experimentellen Webseiten
nicht jedermann öffentlich zu Verfügung stellen. Wenn Sie
einen lokalen Webserver zur Verfügung haben, können Sie
ohne Risiko experimentieren.

Es sollte Ihnen aber klar
sein, dass wir bei einem Webserver nicht von Hardware reden. Ein
Server sollte unbedingt als ein Programm verstanden werden, das
einfach eine gewisse Dienstleistung an seine Klienten bereitstellt.
Dementsprechend bedeutet das Installieren eines Webservers nichts
anderes als das Installieren eines Programms. Und der Betrieb eines
Webservers heißt streng genommen nichts anderes als das Laufen
lassen eines zusätzlichen Programms auf einem Ihrer Rechner.
Natürlich können gibt es verschiedene Webserver, die Sie
verwenden können16.
Zwei davon sollen hier aber herausgehoben werden.

Gerade unter Windows
bietet sich der IIS (Internet Information Server) von Microsoft an.
Besonders dann, wenn Sie sowieso mit Microsoft-Technologien wie
ASP.NET arbeiten wollen.

Für viele Fälle
bietet sich ebenso eine Rund-um-sorglos-Lösung namens XAMPP an,
das Sie für verschiedene Betriebssysteme aus dem Internet laden
können (unter http://www.apachefriends.org/de/).
Hinter XAMPP steckt ein non-profit Projekt namens Apache Friends, das
sich die Förderung des Apache Webservers und verbundener
Technologien wie MySQL, PHP und Perl auf die Fahne geschrieben hat.

Wir werden uns im Buch
entweder auf XAMPP beziehen oder auf den integrierten Webserver der
Aptana-IDE, sofern das überhaupt eine Rolle spielt.

Wie der Name des Projekts
hinter XAMPP schon deutlich macht, trägt es sich hier um den
Webserver Apache. Dieses ist der weltweit am meisten eingesetzte
Webserver überhaupt und ein extrem leistungsfähiges
Produkt. Allerdings ist die Konfiguration und vor allen Dingen der
sichere Betrieb von diesem Webserver alles andere als eine Bagatelle.

Das XAMPP-Paket
bezeichnet nun eine Sammlung an Programmen mit dem Webserver Apache
im Zentrum samt MySQL und PHP-Unterstützung sowie einigen
weiteren Webtechnologien. Sie brauchen dieses Paket nur mit einem
einfachen Assistenten zu installieren und schon haben Sie einen voll
funktionstüchtigen Webserver in einer Grundkonfiguration zur
Verfügung. Wenn Sie die Installationsdatei von XAMPP für
Ihr Betriebssystem aus dem Internet geladen haben und ausführen,
wird ein Ihnen ein typischer Installationsdialog bereitgestellt.
Damit ist die Installation von dem Webserver Apache samt MySQL
(inklusive phpMyAdmin zu Administration des Datenbanksystems) und
PHP-Modul sowie einigen weiteren Webtechnologien ein Kinderspiel. Zur
Sicherheit lesen Sie bei Bedarf die beigefügten Hinweise.

Beachten Sie aber, dass
diese Pakete in der Grundeinstellung für lokale Testzwecke
konfiguriert sind. Um die Sache einfach zu halten, sind in der
Grundeinstellung sämtliche Sicherheitseinstellungen niedrig
eingestellt und es wurden Vorgaben gewählt, die für einen
praktischen Betrieb im Web unbedingt anzupassen sind (und hier wird
die Sache wieder kompliziert). Das gilt vor allen Dingen für
ältere Versionen von XAMPP, aber auch in den neuen Versionen
sollte Sie dringend einen Blick auf die Konfiguration werfen, bevor
Sie den Webserver aus dem Internet zugänglich machen.

Sobald die Installation
von XAMPP fertig ist, können Sie entweder Apache manuell starten
oder aber auch so einrichten, dass Apache als Dienst bzw. Prozess in
Ihrem Betriebssystem integriert und sogar automatisch beim Start des
Rechners aufgerufen werden kann.

Der Webserver steht Ihnen
nun nach dem Start über die Angabe von localhost
in der Adresszeile des Webbrowsers zur Verfügung, wenn Sie ihn
auf dem gleichen Rechner laufen lassen, wie Ihren Webbrowser.
Andernfalls geben Sie in der Adresszeile einfach die IP-Nummer oder
den Namen von dem Rechner ein, auf dem der Webserver läuft.

Die Angabe localhost
ist ein Alias für den aktuellen Rechner. Mit Hilfe dieser so
genannten Loopback-Adresse können
Sie auf Ihren eigenen Rechner so zugreifen als würden Sie dies
über ein Netzwerk tun. Sie benötigen dazu nicht einmal eine
Netzwerkkarte.

Das Bereitstellen von
Daten über den Webserver erfolgt bei Apache in der Regel über
das Unterverzeichnis htdocs.
Dieses ist das Wurzelverzeichnis aller Zugriffe über den
Webserver. Oder mit anderen Worten. Wenn ein Anwender die Adresse des
Webservers ohne weitere Verzeichnis- oder Dateiangaben angibt,
bekommt er den Inhalt dieses Verzeichnisses beziehungsweise die
Vorgabedatei darin angezeigt. Wurzelverzeichnis eines Webservers
bedeutet aber auch, dass sämtliche Verzeichnisangaben beim
Zugriff aus einem Browser auf einem Host ab diesem Verzeichnis aus
gesehen werden. So würde der URL
http://localhost/js/meinedatei.html
bedeuten, der Besucher bekommt die Datei meinedatei.html
aus dem Verzeichnis js geschickt,
welches wiederum ein Unterverzeichnis von htdocs
ist. Wo konkret sich htdocs im
Verzeichnisbaum des Rechners befindet, kann je nach Konfiguration von
Apache individuell angegeben werden. Bei XAMPP unter Windows kann es
sich zum Beispiel unter
[Installationslaufwerk]:apachefriendsxampp
befinden. Das sieht aber der Aufrufer der Webseite nicht (und er darf
dieses aus Sicherheitsgründen auch nicht sehen).

Wenn Sie die folgenden
Beispiele des Buchs zum Testen über den Apache-Webserver
anfordern wollen oder müssen, können Sie die Dateien direkt
in htdocs bereitstellen, aber es
ist zu empfehlen, in htdocs ein
eigenes Verzeichnis für unsere Experimente zu erstellen und
diese sogar für einzelne Projekte noch zu unterteilen.

Beachten Sie, dass bei
Pfadangaben unter Apache in der Regel Groß- und Kleinschreibung
relevant ist. Gerade Windows-Anwender sind das meist nicht gewohnt.
Am besten benennen Sie alle Verzeichnisse und Dateien konsequent
klein.

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