JavaScript – M+T Pocket . Das Programmier-Handbuch (Office Einzeltitel) [Taschenbuch]

3.8
Die Programme im JavaScript-Umfeld

Um mit JavaScript Webseiten programmieren zu können,
benötigen Sie bedeutend weniger Programme als in den meisten anderen
Programmiertechniken. Als Minimalausstattung genügen ein geeignetes
Betriebssystem und ein einfacher ASCII-Editor. Damit Sie das Script auch laufen
lassen können, ist ein JavaScript-fähiger Browser (oder ein Server) von Nöten.
Sinnvoll sind aber noch ein paar weitere Hilfsmittel.

3.8.1
Das Betriebssystem

Zur Arbeit mit JavaScript im Prinzip jedes grafische
Betriebssystem geeignet. Etwa Windows in seinen verschiedenen Spielarten. Aber
es ist nicht das einzige System, denn JavaScript ist ja explizit
plattformunabhängig. Das bedeutet, JavaScript ist ausdrücklich nicht an Windows
gebunden. Nur, weil die Mehrzahl aller PC-Anwender Windows in irgendeiner Form
einsetzt, ist es nicht gleich das einzige oder gar beste System. Auch Lemmige
haben mit dem eingeschlagenen Weg auf ihrer jährlichen Wanderung nicht
unbedingt die ideale Lösung gefunden[5].
Linux, MacOS, BeOS. Die Liste der guten und für JavaScript geeigneten
Betriebssysteme ist lang. Grundsätzlich ist aber zu empfehlen, dass das System
nicht zu alt ist und 32-Bit-Unterstützung bietet.

3.8.2
Die Browser

Zum Test von Ihren JavaScripten benötigen Sie entweder ein
Serverprogramm (bei serverseitigen Scripten) und/oder (was meist der Fall ist)
einen JavaScript-fähigen Browser. Wenn Sie unter Windows arbeiten, werden sie
meist den Internet Explorer automatisch zur Verfügung haben (deshalb ist es der
meistgenutzte Browser unter Windows). Wenn Sie den Internet Explorer in der
Version 5.5 oder später verwenden, können Sie JavaScripte gut testen. Der
Internet Explorer wird einer der Referenzbrowser in diesem Buch sein. Zu
beziehen ist die jeweils neuste Variante des Browsers von der Internet-Homepage
von Microsoft (http://www.microsoft.com) oder als
aktuelle CD-Beilage in diversen Computerzeitungen.

Der Netscape Navigator, den es seit geraumer Zeit nur noch
als Teil des Gesamtpakets Communicator gibt, hat lange Zeit den Browsermarkt
dominiert. Er hat aber durch zahlreiche Bugs und Fehlentscheidungen in
Zusammenhang mit den letzten Versionen gewaltig an Boden verloren. Insbesondere
die im Jahr 2000 eingeführte Version 6 wurde in Testberichten gnadenlos
verrissen. Viele Probleme der Version 6, handwerkliche Mängel,
Geschwindigkeitsprobleme, verändertes Layout und vor Allen Inkompatibilitäten
mit alten Netscape-Standards (etwa die Layer-Technik, die der Navigator 6 nicht
mehr darstellt oder Veränderungen bei der Behandlung des document-Objekts[6])
führten zu vernichtenden Urteilen. Dennoch – der Navigator ist immer noch eines
der Referenzsysteme im Web und man braucht ihn (möglichst in einer 4.7x-Version
und einer der Nachfolger), wenn man Webseiten und vor allem JavaScripts
erstellen und testen möchte. Es gibt ihn für die verschiedensten
Betriebssysteme bei Netscape unter http://www.netscape.com
oder als Beilage auf CDs zahlreicher Computerzeitschriften.

In Bezug auf die Veränderungen der Navigator-Version 6
gegenüber dem direkten Vorgänger ist bemerkswert, dass dessen Quelltext von
Netscape freigegeben wurde und von einer Vereinigung freier Programmierer
weiter gepflegt wird. Unter dem Namen Mozilla gibt es einen Browser, der von
Vielen als der echte Nachfolger des Navigators 4.7 angesehen wird.

Neben den beiden Platzhirschen gibt es natürlich noch
zahlreiche weitere JavaScript-fähige Browser. Vor allem auf Plattformen
jenseits von Windows. Aber auch unter Windows tut sich mit dem Opera-Browser eine Alternative auf, die den mittlerweile vollkommen überfrachteten
Standardbrowsern eine stabilere, kleinere, schnellere, an offizielle Standards
haltende und äußerst intelligent durchdachte Konkurrenz entgegenstellt. Den
Browser gibt es sowohl in einer 16- und einer 32-Bit-Version für alle
Windows-Versionen, aber auch OS/2, MacOS, Linux, BeOS und EPOC. Da der Browser
ab der Version 5 endlich kostenlos ist, werden sich sicher zahlreiche Anwender
von den Vorteilen dieses Programms überzeugen lassen. Wir werden ihn
selbstverständlich als drittes Referenzsystem im Buch verwenden. Zu beziehen
ist dieser Browser unter http://www.opera.com/ oder
wie die beiden anderen Browser mittlerweile oft als Beilage in etlichen
Computerzeitungen.

JavaScript – Kompatibilität von Browsern

Wenn Sie JavaScripte einsetzen
wollen, müssen Sie sich über die Ausstattung der potentiellen Besucher im
Klaren sein. Insbesondere sollten Sie berücksichtigen, welcher Browser welche
Version von JavaScript unterstützt. Das ist jedoch nicht gerade einfach, denn
nahezu kein Browser hält sich vollständig an einen Standard. Insbesondere muss
man bei Microsoft immer berücksichtigen, dass deren JavaScript-Variante JScript
nie vollkommen identisch zu JavaScript ist (meist kann sie nur mehr, aber das
gilt leider nicht immer). Grob kann man folgende Tabelle mit den
Versionsangaben der drei wichtigsten Browser und den derzeit verfügbaren JavaScript-Versionen
als Basis nehmen.

JavaScript-Version

Browser

1.0

1.1

1.2

1.3

1.4

1.5

Netscape Navigator 2.x

x

Netscape Navigator 3.x

x

x

Netscape Navigator bzw. Communicator
4.x

x

x

x

Netscape Navigator bzw. Communicator
4.06, 4.5

x

x

x

x

Netscape Navigator bzw. Communicator
6.0

x

x

x

x

x

x

Opera 3.x

x

x

Opera 4.x

Opera 5.x

x

x

x

x

Microsoft Internet Explorer 2.x

Microsoft Internet Explorer 3.x

x

Microsoft Internet Explorer 4.x

x

x

x

Microsoft Internet Explorer 5.x

x

x

x

x

x

Tabelle 3.1: Unterstützte Versionen von
JavaScript in verschiedenen Browsern.

Um es noch einmal ganz ausdrücklich zu betonen: Die
meisten der Browser halten sich in – teils wichtigen – Details nicht an die
offiziellen Standards. Zwar gehen einige Browser in Details über die in der
Tabelle angegebene Unterstützung sogar hinaus, aber in den ganz neuen
Browsern kann man dennoch höchstens JavaScript 1.3 als weitgehend konform
unterstützt voraussetzen. Dummerweise beachten auch nicht alle Browser die
Anweisung, um eine bestimmte JavaScript-Version explizit zu kennzeichnen und
versuchen – trotz Inkompatibilität – diese Anweisungen auszuführen.

Im Anhang finden Sie detailierte Angaben zu Kompatibilitäten
von Browsern mit JavaScript-, aber auch anderen Standards (siehe Seite 377).

3.8.3
Editoren und andere Tools

Um Webseiten und JavaScripte zu erstellen, benötigen Sie im
Prinzip nur einen Texteditor, wie er beispielsweise in Windows schon dabei ist.
Meist kann er über Start/Programme/Zubehör gestartet werden. Selbst
dieser Minimaleditor ohne jeglichen Komfort langt für alles, was Sie mit HTML
und JavaScript machen können. Da sowohl HTML als auch JavaScript ausschließlich
aus Klartext besteht, benötigt man nach der Erstellung des Quellcodes auch kein
weiteres Programm, welches den Quelltext in Maschinencode übersetzt. Dies
übernimmt ja der Interpreter – sprich der Browser oder der Server – auf der
jeweiligen Plattform.

Oft ist aber sinnvoll, sich von Tools ein bißchen helfen zu
lassen – sowohl in Hinsicht auf HTML als auch JavaScript. Vollkommen
indiskutabel sind für halbwegs kundige Anwender so genannte Wizards für Webseiten, die einem Anwender vollständig die Erstellung eines Dokumentes
abnehmen und nur auf Grund einiger Basiseingaben eine HTML-Seite erstellen.
Diese Resultate genügen keinerlei halbwegs gesteigerten Ansprüchen. Die
Verwendung von Wizards bleibt meist nur absoluten Laien vorbehalten und
scheitert auf jeden Fall, wenn Scripte ins Spiel kommen. Die Webeditoren,
welche in vielen Browserpaketen integriert sind, gehen schon weiter und Sie
haben diese sowieso kostenlos zur Verfügung. Im Fall vom Internet Explorer ist
das Frontpage Express, im Fall vom Netscape Communicator der Composer. Diese integrierten Programme zur Erstellung von Webseiten arbeiten meist über eine
grafische Oberfläche zur Erstellung der Webseite und bieten diverse Hilfsmittel.
Allerdings sind diese Programme nur eingeschränkt zu empfehlen. Der grafische
Erstellungsmodus von solchen Programmen verspricht wie in einem Officeprogramm
zur Erstellung von Druckseiten den Zauberzustand WYSIWYG (What you see is what
you get). Ein solcher WYSIWYG-Zustand ist bei der Erstellung von Webseiten für
das Internet jedoch blanker Unsinn. Ein Ersteller einer Webseite sieht ja nur
das, was auf seiner isolierten Plattform funktioniert. Wie die Seite im Web
aussieht oder funktioniert, kann bei den unzähligen Kombinationsmöglichkeiten
aus Hardware, Betriebssystemen und Browsern nie auch nur ansatzweise in
WYSIWYG-Form dargestellt werden. Um dennoch eine halbwegs realistische Vorschau
bieten zu können und das Resultat auf den unterschiedlichsten Plattformen oder
zumindest den Rechnern einer Familie (etwa PCs mit Windows-Betriebssystemen)
nicht zu extrem von dem – scheinbaren – Endergebnis beim Erzeuger der Webseite
abweichen zu lassen, werden alle denkbaren Techniken zum Bändigen des Internets
herangezogen. Der erzeugte Code der Webseite wird deshalb sehr oft schlecht
sein, weil er unnütz groß ist, aber oft dennoch nicht funktioniert, da gerade
Browser-eigene Tools oft Browser-beschränkte Befehle einsetzen, die in anderen
Browsern zu erheblichen Fehldarstellungen führen.

Über eine rein grafische Erstellung von Webseiten versuchen
auch viele andere Programme zu gehen, welche Dokumente im HTML-Format speichern
können. Etwa Office-Programme. Anwender werden dabei meist vom eigentlichen
HTML-Source ferngehalten. Solche Programme erzeugen meist in Bezug auf die
Dateigröße und Kompatibilität einen außergewöhnlich schlechten Code, aber man
muss ihnen zugute halten, dass sie nicht nur das Web im Auge haben. HTML muss
dort das leisten, was die Hausdateiformate der Programme sonst gewährleisten.
Bei Scripten allerdings ist die Grenze erreicht – Quelltext-ferne Programme
sind unbrauchbar.

Von vielen Profis werden Programme eingesetzt, die
HTML-Editoren bzw. Webeditoren genannt werden und oft auch JavaScript und
andere Webtechniken unterstützen. Das können einmal teuere Programme wie
Macromedia Dreamweaver oder Microsoft Frontpage[7]
sein. Diese bieten natürlich zahlreiche Tricks zu Erstellung von HTML,
Style-Sheet- und Script-Code. Insbesondere unterstützen sie das, was mit
"Content Managment" bezeichnet wird. Dies bezeichnet im Wesentlichen
die Verwaltung von Dateien im Rahmen von größeren Webprojekten. Grundsätzlich
muss man bei diesen kommerziellen Webeditoren aber festhalten, dass sie teuer,
oft kompliziert und vielfach überdimensioniert sind. Häufig genügt es zu
effektiven Erstellung von HTML und JavaScript auf Freeware-Editoren
auszuweichen, die bereits »für ume« alles bereitstellen, was die Arbeit
vereinfacht. Zwei gute Freeware-Webeditoren 1st Page 2000 von der Firma Evrsoft
(http://www.evrsoft.com) Ulli Meybohms HTML EDITOR
Phase 5 (http://www.meybohm.de). Beide unterstützen
nicht nur HTML, sondern auch andere Webtechniken und insbesondere JavaScript.



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