JavaScript – M+T Pocket . Das Programmier-Handbuch (Office Einzeltitel) [Taschenbuch]

3.1
Das Internet

Das Internet ist nicht das World Wide Web, sondern viel
mehr ist als das bunte und schrille WWW, mit dem viele Anwender das Internet
gleich setzen. Das Internet geht in seiner Konzeption bis in die Hochphase des
kalten Kriegs Anfang der 60-iger Jahre zurück und bot schon lange vor
Einführung des WWW Anfang der 90iger-Jahre zahlreiche Dienste, die auch heute
noch vorhanden sind. Von FTP angefangen über Telnet hin zu E-Mail oder News.
Zentrale Ideen des Internets basieren auf flexible Möglichkeiten der
Datenübertragung und die Unterstützung heterogener Rechnerplattformen. Dazu
verwendet man im Internet solche Protokolle, die unabhängig von der
eigentlichen Rechnerarchitektur und dem normalen Befehlssatz des jeweiligen
Betriebssystems sind.

Ein Protokoll ist allgemein als eine Vereinbarung
zu verstehen, wie bestimmte Prozesse ablaufen müssen. Wenn alle Partner die
Vereinbarung kennen und berücksichtigen, können etwa Daten zwischen Rechnern
ausgetauscht werden.

Im Bereich der Datenübertragungsprotokolle im Internet wurde
1973 mit IP (Internet Protocol) und 1974 mit dem darauf aufsetzenden Erweiterungsprotokoll TCP (Transmission Control Protocol) ein Transportstandard (TCP/IP) präsentiert, auf dem auch heute noch die meisten Übertragungsprozesse im
Internet basieren. Auf dem Transportstandard setzen die so genannten
Dienstprotokolle oder Internet-Dienste auf. Dies sind Dienste wie E-Mail,
Telnet, FTP oder auch das WWW, was aus Sicht von JavaScript von hauptsächlichem
Interesse ist.

Bis 1991 bestand das Internet aus diversen textbasierenden
Diensten wie Telnet oder FTP, die für viele Anwender aus computerfernen
Bereichen viel zu kompliziert waren. Das 1991 erstmals vorgestellte WWW mit
seiner grafischen Oberfläche und den über Hyperlinks verknüpften Informationen
bot einen idealen Ansatz, auch Nichtcomputerexperten den Zugang zu eröffnen.
Eigens für dieses Projekt wurde eine Organisation namens W3C (http://www.w3.org) gegründet. Basis für eine Sprache zu
Beschreibung eines solchen Hypertext-Systems war SGML (Standard Generalized
Markup Language – siehe: http://www.w3.org/MarkUp/SGML/), eine bereits seit den
Sechzigerjahren verwendete Beschreibungssprache zur Darstellung von Inhalten
auf unterschiedlichen Plattformen. Daraus entstand die neue
Beschreibungssprache HTML (Hypertext Markup Language), die mit einer geeigneten Darstellungssoftware (dem so genannten Browser) und dem zusätzlich entwickelten
Protokoll HTTP (Hypertext Transfer Protocol) diesen Anforderungen genügte.

Richtig populär wurde das Internet durch den Mosaic-Browser, den ersten WWW-Browser mit einer grafischen Oberfläche, der 1993 von Marc
Andreessen am National Center for Supercomputing Applications (NCSA – http://www.ncsa.uiuc.edu/) an der Universität von Illinois
vorgestellt wurde. Insbesondere ist dieser Browser der direkte Vorfahr des
Netscape Navigators, den Andreessen 1994 entwickelt hatte, nachdem er NSCA
verlassen und mit Jim Clark die Firma Netscape gegründet hatte. Der Mosaic- und
der Navigator-Browser haben das WWW geprägt wie kein weiteres Programm. Der
Navigator ist aber auch besonders für uns von Bedeutung, denn JavaScript ist
untrennbar mit diesem Browser verbunden.

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